Eltern mit Begeleitkindern und schwangere Frauen

Bild von Mutter mit Kind

Therapie für Eltern mit Begleitkindern und schwangere Frauen

Die Fachklinik Olsberg nimmt auch Eltern in Begleitung ihrer Kinder und schwangere Frauen auf.

Dieses Angebot richtet sich an alle suchtkranken Eltern mit Kind/ern und schwangere Frauen. Diese haben einerseits keine Möglichkeit, ihr Kind/ihre Kinder bei Verwandten oder Freunden unterzubringen, so dass ihnen dadurch die Entscheidung für eine stationäre Langzeitbehandlung kaum möglich ist oder sind mit der Schwangerschaft komplett überfordert. Andererseits gelang es manchen Eltern durch die Probleme des Suchtlebens nicht, zu ihren Kindern eine enge emotionale Mutter- bzw. Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen sowie die Verantwortung für ein Kind zu tragen und zu erfüllen. Hier wollen wir unterstützen und helfen. Auch angehenden Müttern die sich in der Schwangerschaft befinden, möchten wir helfen die Verantwortung für sich und ihr Kind tragen zu können.

Die Kinder sind in diesem Falle Begleitkinder und erhalten keine Therapie. Erforderliche kinderärztliche Behandlungen, Untersuchungen und Impfungen erfolgen durch einen niedergelassenen Pädiater vor Ort. Schwangere werden bis zur Geburt und  danach von unserem qualifizierten Personal unterstützt und haben die Möglichkeit ihre Therapie mit ihrem Neugeborenen fortzuführen. Die Entbindung findet in einem anliegenden qualifizierten Krankenhaus statt.

In der Zeit der Teilnahme der Eltern an den therapeutischen Maßnahmen können die Kinder oder das Neugeborene, je nach Alter, von unserem Personal im Kinderbereich betreut werden oder einen örtlichen Kindergarten besuchen. Dazu stehet internes sowie externes Fachpersonal dem Kind/der Kinder zur Verfügung. An den Tagen in der Woche, an denen die Eltern Sporttherapie und Arbeitstherapie hätten, können sie mit ihren Kindern die Kindergruppen der Eltern-Kindeinrichtungen im Ort besuchen oder an den Eltern/Kind-Interaktionen gemeinsam mit ihrem kind/den Kindern teilnehmen.

Die Eltern nehmen außer an der Sporttherapie und der Arbeitstherapie an allen anderen Therapiemaßnahmen teil. Von einem Elternpaar, dass in der Klinik behandelt wird, werden die Kinder dabei jeweils nur von einem Elternteil betreut. Nach Ende der Therapiezeiten übernehmen wieder die Eltern die Versorgung und Betreuung der Kinder.

Grundsätzlich sind die Eltern bzw. der jeweilige Elternteil für ihr Kind/ihre Kinder selbst verantwortlich. In besonderen Fällen, in denen kein Sorgerecht mit Aufenthaltsbestimmungsrecht mehr bei den Eltern vorliegt, arbeiten wir mit den zuständigen Jugendämtern in enger Absprache zusammen.

Die erste Phase der Behandlung, die Orientierungsphase, ist für den Patienten psychisch sehr anspruchsvoll und oft körperlich belastend, vor allem nach vorangegangener Entzugsbehandlung. Deshalb können die Kinder in der Regel erst nach Ablauf der Orientierungsphase in der Klinik aufgenommen werden. Sollte eine anderweitige Unterbringung der Kinder in dieser Zeit bei Verwandten, Freunden oder über das Jugendamt nicht möglich sein, können Sonderregelungen getroffen werden.

Die Eltern-Kind-Einrichtung vor Ort ("Eltern Kinder & mehr" Familiennetzwerk e.V.) gibt uns die Möglichkeit, an zwei Tagen in der Woche folgende Angebote entsprechend des Kindesalters zu nutzen:

  • Im Alter der Babys ab der 6. Lebenswoche bis zu einem Jahr erfolgt die Betreuung in der PEKIP-Gruppe (Prager-Eltern-Kinder-Programm). Hier erhalten die Eltern Anregungen zur Versorgung und Entwicklungsbegleitung bzw. -förderung ihres Kindes, Sie werden für Bewegungsübungen und Spielen mit Kind angeleitet. Ausserdem besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern auszutauschen.
  • Im Alter von 1 bis 3 Jahren erfolgt die Betreuung in der spielpädagogischen Eltern-Kind-Gruppe. Hier erhalten Eltern pädagogische Unterstützung in Erziehungsfragen, Entwicklung, Sprache, Motorik, sozialem Verhalten, der Elternrolle und geeignetes Spielmaterial. Es erfolgt die Vorbereitung auf die Spielgruppe bzw. den Kindergarten.
  • Kinder ab dem 4. Lebensjahr haben in bestimmten Fällen die Möglichkeit den örtlichen Kindergarten zu besuchen.

Die Fachklinik Olsberg ist Mitglied im Familiennetzwerk e.V. Diese Einrichtung wird von einer Sozialpädagogin geleitet und verfügt über pädagogisch ausgebildete Erzieherinnen mit Zusatzqualifikation. Zwischen der Betreuerin des Kinderbereiches der Fachklinik Olsberg, den Müttern/Eltern und den Mitarbeiter/innen des Familiennetzwerkes besteht ein regelmäßiger Kontakt und Informationsaustausch.