Indikation

Behandelt werden Männer und Frauen ab 18 Jahren (die Aufnahme jüngerer Patienten ist nach Absprache möglich), die abhängig von illegalen Drogen sind oder bei denen eine Mischform des Suchtmittelmissbrauchs (Polytoxikomanie incl. Morphintyp und Alkohol) vorliegt.

Aufgenommen werden auch:

abhängige Frauen und Männer mit zusätzlichen psychischen Störungen oder sog. Doppeldiagnosen (Komorbidität), wie z.B. affektive Störungen (ICD10 F3), neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (ICD10 F40-41), Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren, insbesondere Essstörungen (ICD10 F50), Persönlichkeitsstörungen (ICD10 F60), Psychosen ohne akute Symptomatik (ICD10 F2) nach Dilling, H. Mombour, W. Schmidt, M.H. (Hrsg.): International Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10. Bern: Huber, 2004.

  • abhängige Frauen und Männer mit zusätzlichen körperlichen Störungen oder Krankheiten, die ambulant behandelt werden können. Es folgt eine notwendige fachärztliche Behandlung einschließlich der erforderlichen Medikation.
  • Paare sowie Mütter bzw. Väter mit Kind/ern (Begleitkinder).
  • Schwangere
  • Frauen und Männer, deren Strafvollstreckung zugunsten der Durchführung einer stationären Entwöhnungsbehandlung zurückgestellt wurde (die Fachklinik Olsberg ist eine nach §35-§36 des Betäubungsmittelgesetzes anerkannte Klinik).
  • Körperbehinderte Patienten, auch mit Rollstuhl, können nach Absprache aufgenommen werden.

Das Behandlungsangebot richtet sich sowohl an Drogen- und Mehrfachabhängige, die am Beginn ihrer Suchtkarriere stehen und noch recht gut sozial integriert sind, als auch an diejenigen, die im Laufe ihrer Erkrankung bereits einmal oder mehrfach einer Langzeittherapie unterzogen haben.

Kontraindikation

Patienten/innen mit schweren akuten Erkrankungen oder endogenen psychopathologischen Syndromen, Suizidgefährdung, instabilem Diabetes mellitus oder ständiger körperlicher Pflegebedürftigkeit können nicht aufgenommen werden.
Bei weiteren wesentlichen körperlichen Erkrankungen lässt sich die Frage der Behandlungsfähigkeit in unserer Fachklinik gegebenenfalls in einem Vorstellungsgespräch klären oder durch Zuschicken der medizinischen Unterlagen.

Behandlungsziele

Ein Bild zu Behandlungszielen

Die Ziele der medizinischen Rehabilitation liegen:
1. in der Eingliederung in Beruf und Arbeit,
2. in die Wiedereingliederung in Gesellschaft und Familie
3. im Erreichen und Erhalten der dauerhaften Drogen- und Alkoholabstinenz,
4. in der Förderung von Offenheit und Ehrlichkeit,
5. im Erwerb und in der Stabilisierung sozialer Kompetenzen und
6.in der posotiven Beeinflussung rehabilitationsrelevanter körperlicher und seelicher Störungen.

Insbesondere zur Wiederaufnahme einer dauerhaften Erwerbstätigkeit oder zur Wahrnehmung einer beruflichen Qualifizierungsmaßnahme sollen die Patienten zur Abstinenz befähigt und die fehlenden sozialen Kompetenzen ausgeglichen werden.

Viele Patienten besitzen bei Antritt ihrer Therapie keinen Schulabschluss, verfügen über nur kurze Zeiten der Beschäftigung, waren längere Zeit arbeitslos oder haben allenfalls während einer Haftzeit Gefängnisarbeit geleistet. Neben formalen Qualifikationen fehlen ihnen Basisqualitäten wie Pünktlichkeit, Ausdauer, Ordnung oder andere Struktur gebende Verhaltensweisen.

Damit die übergeordneten Rehabilitationsziele der wesentlichen Besserung und der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit erreicht werden können, ist der Therapieprozess in drei Phasen unterteilt. Jeder dieser Phasen lassen sich schwerpunktmäßig typische Themenbereiche und konkrete Therapieziele zuordnen.

Der Übergang von einer Phase in die andere Phase orientiert sich nicht an starren Zeiten, sondern am individuellen Therapieverlauf der Patienten. Für die Entscheidung ist der Bezugstherapeut zuständig.

Behandlungszeiten

Ein Bild zu Behandlungszeiten

In unserer Einrichtung werden individualisierte Behandlungszeiten von 12/16 bis 22 Wochen angeboten. Die zeitliche und inhaltliche Differenzierung der Therapie berücksichtigt die psychische, körperliche, berufliche, familiäre und soziale Situation der/des einzelnen Patientin und Patienten sowie deren Ressourcen sowie ebenfalls der Auflage BtmG §35/36

Wir führen auch Wiederholungsbehandlungen durch. Bei Rückfälligkeit nach abgeschlossener oder abgebrochener Therapie ist eine Wiederaufnahme möglich (über den Antrag auf Wiederaufnahme wird im Team entschieden unter den zeitlichen Vorgaben des Leistungsträgers). Je nach Vorerfahrung, auch unter Berücksichtigung der sozialen Situation, der Diagnostik und der Therapieziele unserer Patientinnen und Patienten, wird die Therapiedauer individuell abgestimmt.

Ablauf der Therapie

Ein Bild zum Ablauf

Unser Therapiekonzept gliedert sich in drei übergeordnete Phasen, die jeder Patient in jeweils individueller Art durchläuft:

1. Orientierung- und Diagnostikphase. (Dauer maximal 7 Tage)
2. Intensiv- und Erprobungsphase. (Dauer bei Kurzzeittherapie 8 Wochen, bei Langzeittherapie 18 Wochen)
3. Ablösungsphase. (Dauer bei Kurzzeittherapie und Langzeittherapie stets 2 Wochen)

Der Übergang von einer Phase in die andere orientiert sich nicht an starren Zeiten, sondern am Therapieverlauf und an der individuellen Entwicklung der Patienten.